Das Projektteam EASYRIDE hat unter der Federführung der TU München in einem Glossar die wichtigsten Begriffe im Rahmen des Projektes und in Bezug auf automatisiertes und vernetztes Fahren zusammengefasst. In unserem Glossar finden Sie die Zusammenfassung der verschiedenen Stufen des automatisierten und vernetzten Fahrens, aber auch wichtige Begriffe in Bezug auf Mobilitätsdienstleistungen, wie zum Beispiel „Mobility-On-Demand“.

Automatisiertes Fahren

Die SAE International beschreibt den Weg hin zum vollständig automatisierten Fahren in sechs Leveln:

  • Level 0 “Keine Automation” bezeichnet den Zustand vollständiger menschlicher Kontrolle ohne Automation. Aktive Sicherheitssysteme wie ESP oder ABS greifen nur kurzzeitig ein und werden nicht als Automatisierung der Fahraufgabe gesehen.
  • Level 1 “Fahrerassistenz” erlaubt dem automatisierten System dauerhafte Assistenz von Aufgaben wie der lateralen oder longitudinalen Steuerung innerhalb eines begrenzten Einsatzgebiets.
  • Level 2 “Teilautomation” erlaubt den Systemen sowohl laterale als auch longitudinale Kontrolle der Fahraufgaben innerhalb eines begrenzten Einsatzgebiets. Der Fahrer ist weiterhin als Aufsicht und Ausführer von Nebenaufgaben nötig.
  • Level 3 “Bedingte Automation” übernimmt dauerhaft alle dynamischen Fahraufgaben innerhalb eines begrenzten Einsatzgebiets. Der Fahrer wird als Rückfallebene benötigt und muss bei Problemen die Kontrolle des Fahrzeugs übernehmen.
  • Level 4 “Hohe Automation” übernimmt dauerhaft alle dynamischen Fahraufgaben innerhalb eines begrenzten Einsatzgebiets.
  • Level 5 “Volle Automation” übernimmt dauerhaft alle dynamischen Fahraufgaben unter allen Fahr- und Umweltbedingungen.

Autonomes Fahren

Ein autonom agierendes Fahrzeug entscheidet alles selbsttätig, tauscht per Definition also keine Informationen mit der Außenwelt/ anderen Verkehrsteilnehmern aus.

Einzelbeförderung

  • Individuell zugeschnittene Personenbeförderung (Fahrzeug fährt keine Umwege und dient während der Fahrt einzig dem Nutzenden).
  • Einzelbeförderungsverkehrsmittel: Verkehrsmittel, das grundsätzlich zur individuellen Personenbeförderung genutzt wird, wie Carsharing, Bikesharing und Taxi.

Fahrzeugkommunikation

Je nach Funktionsumfang auch Vehicle-to-Vehicle (V2V), Vehicle-to-Infrastructure (V2I) oder Vehicle-to-Everything (V2X) Kommunikation genannt. Fahrzeugkommunikationsnetzwerke ermöglichen es Fahrzeugen mit anderen Fahrzeugen und ihrer weiteren Umgebung sowie, meist cloud-basierten, Services Daten auszutauschen. Die zwei sich in Entwicklung befindenden und teilweise bereits implementierten Kommunikationstechnologien sind über WLan (ITS-G5) realisierte dezentral organisierte Vehicular Ad-Hoc Networks (VANETs) oder ein zentraler Ansatz über das Mobilfunknetz.

Flächenbetrieb

Beim Flächenbetrieb dagegen verkehren die Fahrzeuge in einem vorab festgelegten und veröffentlichten Betriebsraum bedarfsabhängig (und zum Teil fahrplangebunden). Fahrgäste müssen sowohl Einstiegs- als auch Ausstiegshaltestelle angeben um eine Bedienung der gewünschten Haltestellen auszulösen.

ITS - Intelligent Transportation System

Anwendungen, die Transportsysteme intelligent überwachen, verwalten, steuern oder anderweitig deren Qualität verbessern.

IV - Individualverkehr

Nutzung eines Verkehrsmittels, das einer bestimmten Person oder einem bestimmten Personenkreis zur Verfügung steht. Der Individualverkehr (IV) ist zeitlich und örtlich ungebunden. Er kann ferner in motorisierten IV (MIV) und nicht-motorisierten IV (NMV) unterschieden werden.

Linienbetrieb

Beim Linienbetrieb verkehren Fahrzeuge auf einem vorab festgelegten und veröffentlichten Linienweg nach einem festen Fahrplan. Die physisch definierten Zugangsstellen werden zu vorab festgelegten Abfahrtszeiten bedient.

LSA Steuerung

Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen unterscheidet eine mikroskopische und makroskopische Steuerungsebene. Die makroskopische Ebene beachtet makroskopische Kenngrößen wie die mittlere Verkehrsdichte und aktiviert zeit- oder verkehrsabhängig Signalprogramme. Die mikroskopische Steuerungsebene berücksichtigt kurzfristig auftretende Änderungen des Verkehrszustands, wie Zeitlücken zwischen Fahrzeugen. Abhängig von der Variabilität lassen sich drei mikroskopische Steuerungsverfahren entscheiden:

  • Festzeitsignalprogramme: Keine Veränderung der Signalprogrammelemente möglich.
  • Signalprogrammanpassung: Einzelne Elemente können innerhalb einer Umlaufzeit verändert werden. Dazu zählen die Freigabezeit, Phasenreihenfolge, Phasenanforderung sowie die Versatzzeit (Phasenbeginn).
  • Signalprogrammbildung: Erlaubt die verkehrsabhängige Bildung eines individuellen Signalprogramms. Hier kann zusätzlich zu den obigen Elementen auch die Umlaufzeit variiert werden.

Mobility as a Service (MaaS)

Mobility as a Service beschreibt die Integration verschiedener Transportoptionen in einer digitalen Plattform mit anbieterübergreifender Planung, Bezahlung und Echtzeitinformation. Nutzende profitieren von einem maßgeschneiderten Angebot, wie eine multimodale Wegekette, welches sie individualisiert und je nach Bedarf buchen können. Vor allem in Großstädten dienen der öffentliche Verkehr und Fortbewegungsmöglichkeiten im Bereich Active Mobility als Basis.

Mobility-on-Demand (MoD)

„Mobilität auf Abruf“: Dienste, die dem Nutzer bedarfsorientiert und individuell zur Verfügung stehen. Umfasst beispielsweise Ridehailing, Rufbussysteme, Carsharing, Ridesharing, Ridepooling.

ÖV - Öffentlicher Verkehr

Öffentlicher Verkehr ist im Personen-, Güter- und Nachrichtenverkehr für alle öffentlich. Der öffentliche Personenverkehr wird von Verkehrsunternehmen nach festgelegten Routen, Preisen und Zeiten durchgeführt, er ist somit örtlich und zeitlich gebunden.

Ridesharing (Anbieten freier Sitze im Auto)

Ridesharing („Fahrgemeinschaft“) unterscheidet sich von Rideselling in ihrer finanziellen Motivation. Die Kostenbeiträge der Mitfahrer begleichen nur einen Teil der Kosten des Fahrers, das Erzielen von Gewinnen ist nicht Motivation einer Ridesharing‑Fahrt. Der Fahrer hat das gleiche Start- und Zielgebiet wie die Mitfahrer. Varianten von Ridesharing sind:

  • Regelmäßige Fahrgemeinschaften (Arbeitskollegen oder andere)
  • Echtzeit-Ridesharing (vermittelt durch Organisationen; via Apps oder anderes)

Sammelbeförderung (Pooling)

Kollektive Personenbeförderung (Mobilitätsdienstleister versucht die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzer bestmöglich zu bündeln). Sammelbeförderungsverkehrsmittel: Verkehrsmittel, das grundsätzlich zur kollektiven Personenbeförderung genutzt wird (wie Bus, Tram, Ride-Pooling Fahrzeug).

Umweltverbund

Beschreibt die Kooperation der umweltfreundlichen Verkehrsmittel. Umfasst den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), Carsharing, sowie Nichtmotorisierten Verkehr wie Fahrradfahren und Zufußgehen.

Virtuelle Haltestellen

Services verkehren nach Buchung von physisch nicht speziell gekennzeichneten Haltepunkten, beispielsweise an einer Straßenecke/ -kreuzung oder vor einer bestimmten Hausnummer.